Leiter Mädchenfußball im Interview

Kuebra und Andreas


Mädchenfußball spielt in Wolsdorf eine große Rolle. Die Mädchenbeauftragte des TSV 06 Wolsdorf, Kübra Sejdini, sprach mit dem sportlichen Leiter, Trainer der B-Juniorinnen und dreifachen Vater Andreas Meyer, über Motivation, Ziele und Teamgeist.

K.S.: Warum bist du Fußballtrainer geworden?
A.M.: Schon mein Vater hat sehr gerne Fußball gespielt. Er hat mich früh dafür begeistert und auch im Verein angemeldet. Als meine Kinder fast zeitgleich angefangen haben sich für Fußball zu begeistern und das mit dem Trainersein schon im eigenen Garten Spaß gemacht hat, konnte ich es mir immer sehr gut vorstellen, gemeinsame Zeit mit meinen Kindern auch organisiert am Platz zu verbringen.
K.S.: Vor drei Jahren hast du auch die Mädchenmannschaft beim TSV übernommen. Wie kam es dazu?
A.M.: Eigentlich der "Wir brauchen einen Trainer. Wer übernimmt?" Klassiker. Ich war damals schon Trainer der F-Jugendmannschaft meines Sohnes. Die D-Juniorinnen hatten sich im Sommer 2010 aus einem Unterstufenturnier am Siegburger Anno-Gymnasium heraus gebildet. Im Februar 2011 hatten die beiden jungen Trainer aus beruflichen Gründen zurückziehen müssen und es standen neun Mädels allein im Training. Ich wollte meinen beiden Töchtern die Gelegenheit geben, auch weiter beim TSV Fußball zu spielen und habe mich bereit erklärt die Mannschaft zu übernehmen - bis wir einen neuen Trainer gefunden haben.
K.S.: Warum bist du dabei geblieben?
A.M.: Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit unseren engagierten und lernfreudigen Mädchen zu arbeiten, die zahlreichen Neuzugänge zu integrieren und eine wirklich tolle Entwicklung der Mannschaft mitzugestalten. Die Fortschritte waren zu der Zeit in allen fußballerischen Belangen enorm. Auch erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.
K.S.: Hast du ein Vorbild als Trainer?
A.M.: In der C- und B-Jugend hatte ich einen sehr engagierten Trainer, der große Freude daran hatte, aus einem Haufen Jungs eine Mannschaft zu formen und seine Begeisterung auch vermitteln konnte. Der hat für mich diesbezüglich schon einen Standard gesetzt.
K.S.: Welche Spielweise möchtest du deinen Mannschaften vermitteln?
A.M.: Flottes Kombinationsspiel mit intelligentem Pressing.
K.S.: Wie gestaltest du deine Trainingseinheiten?
A.M.: Durch Übungen, die eine hohe Anzahl an Ballkontakten gewährleisten und viele spielbezogene Situationen im Kleinfeld schaffen.
K.S.: Woher nimmst du die ganzen Übungen, die wir im Training machen?
A.M: 2011 hatte ich die Gelegenheit ergriffen, an dem internationalen Trainerlehrgang in der Sportschule Oberwerth teilzunehmen. Weiterbildung steht auch hoch im Kurs: Ob die jährlichen Fortbildungen zum Lizenzerhalt oder Teilnahme an Trainingseinheiten befreundeter Trainerkollegen - man kann sich immer etwas abschauen, auf die eigenen Anforderungen anpassen und so ein abwechslungsreiches Training anbieten.
K.S.: Mittlerweile sind wir 35 Spielerinnen bei den C- und B-Juniorinnen. Die C-Juniorinnen haben sich zum zweiten Mal in Folge für die Mittelrheinliga qualifiziert - und wir spielen mit den B- Juniorinnen in der Bezirksliga oben um den Aufstieg mit. Beide Mannschaften stehen im Kreispokalfinale. Welche Ziele hast du in den nächsten Jahren?
A.M.: Sportlich würde ich gerne mit den B-Juniorinnen die Herausforderung annehmen in der Mittelrheinliga zu bestehen und strebe daher den Aufstieg zum Saisonende an. Die C-Juniorinnen mit ihrem Trainer Ben Bodewig sind schon jetzt eine schlagkräftige Mannschaft, die in der Mittelrheinliga mithalten kann. Hier möchten wir auch in der nächsten Saison eine ähnlich gute Mannschaft stellen. Bzgl. der Kreispokalfinals: Erfolge in einzelnen Spielen sind mir nicht so wichtig. Ich möchte den Mädchen- und Frauenfußball beim TSV gerne nachhaltig aufbauen. Hierzu brauchen wir zum einen verstärkt Zugang von jungen Talenten. Zum anderen kommen die ersten Mädchen Ende dieser Saison in den Seniorenbereich. Um eine Frauenmannschaft beim TSV neu aufzubauen, fehlen uns hier auch noch Spielerinnen.
K.S.: Am Ende noch ein paar kurze Fragen. Hast du einen Lieblingsspruch?
A.M.: Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille alles für den anderen zu tun (Fritz Walter).
K.S.: Eine (eigene) Fußballweisheit?
A.M.: Da muss ich überlegen - Eine Mannschaft wächst in der Niederlage und gedeiht im Erfolg.
K.S.: Was fällt dir spontan ein, wenn du an die Anfänge in deiner Mädchenmannschaft denkst?
A.M.: Weiter gestoppt als geschossen.
K.S.: Unser Slogan, mit dem wir uns vor den Spielen einschwören, ist: TSV Wolsdorf - eine Mannschaft - eine Einheit. Warum hast du dir diesen für deine Mannschaften überlegt?
A.M.: Der Zusammenhalt ist gerade in einer Jugendmannschaft das A und O. Der Zickencoach im Verein möchte ich nicht sein. Wir wollen mehr als eine Mannschaft sein und ich finde es gut, wenn man sich dies vor dem Spiel gegenseitig als Leitfaden lautstark in Erinnerung bringt. Das klappt ja auch ausgezeichnet.
K.S.: Letzte Frage: Was wünscht du dir von deinen Spielerinnen?
A.M.: ..., dass alle gerne ins Training gehen, Spaß daran haben sich gemeinsam weiterzuentwickeln und bereit sind dafür auch etwas zu tun.
K.S.: Vielen Dank.
A.M.: Gerne.

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